|
|
|
 |
 |
 |
 |
ÄGYPTEN REISEBERICHTE |
 |
Reisebericht Ägypten
|
Die Lebensader von Ägypten der Nil wird durch unedlich erscheinende Lybische Wüste im Westen der eindrucksvolle Landschaft entlang des Flußlaufes und mit dem Sinai im Osten begrenzt. Das Rote Meer mit seinen Sandstränden und einer einzigartigen Unterwasserwelt machen dieses Land so einzigartig in der Welt.
|
|
|
 |
„Ägypten, Geschenk des Nils“…so der griechische Vater der Geschichtsschreibung Herodot im zweiten Buch seiner Historien. Bekanntermaßen wird die Authentizität seiner Schilderungen oft in Frage gestellt, aber in diesem speziellen Punkt hätte er wahrhaftiger wohl nicht urteilen können. Das jährliche
Eintreffen der tropischen Regenfälle im Gebirge Äthiopiens zeitigte die fruchtbaren Überschwemmungen des Nils in den Tälern Ägyptens und hinterließ so am Ufer den nährstoffreichen Schlamm, auf dem eine der faszinierendsten und beständigsten Zivilisationen fußt. Tatsächlich reiht sich fast die gesamte ägyptische Kultur, die Städte, die Denkmäler, ja auch die berühmten Grabstätten entlang des Ufers im Niltal. Der Nil ist, wie so oft bemerkt, Ägyptens Lebensader. Mehr als zwei Jahrtausende nach Herodots Zeit ging die berühmte Kriminalautorin Agatha Christie an Bord eines Dampfschiffs, ließ sich von den vorüberziehenden Landschaften zwischen Assuan und Wadi Halfa am Nubi-See inspirieren und verfasste „Tod am Nil“. Ganz ähnliche Reisen kann auch der heutige Besucher Ägyptens unternehmen, allerdings finden die meisten Kreuzfahrten zwischen Luxor und Assuan statt, der Gegend also, wo sich die zahlreichen archäologischen Attraktionen befinden.

|
Ägypten Reisebericht
|
Unsere Reise begann in Luxor, der antiken Stätte Thebens, für die man sich nach Möglichkeit einige Tage Zeit nehmen sollte, bevor man die Kreuzfahrt antritt. Karnak- und Luxor-Tempel liegen beide in unmittelbarer Nähe des schönen Hafens und sind problemlos zu Fuß zu erreichen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Nils breitet sich das Tal der Könige aus, die weltberühmte Nekropolis mit den Totentempeln und Gräbern von Ramses und Tutanchamun. Letzteres bildet die Grundlage für die sagenhaften Geschichten um den „Fluch des Pharaos“. Hinter der Grabanlage Ramses III beginnt das ebenfalls eindrucksvolle Tal der Königinnen, das etwa 90 Gräber beherbergt.
|
|
|
Dass die Nekropolis sich auf der Westseite des Nils befindet ist übrigens kein Zufall, da die Ägypter auch in ihrer Betrachtung des Kreislaufs von Leben und Tod den Nil sozusagen als Demarkationslinie sahen. Der Sonnengott Ra wird im Osten geboren, steigt und stirbt im Westen, weswegen nur das westliche Ufer für den Übergang ins Jenseits geeignet sein konnte. Nach so viel „Morbidität“ empfiehlt es sich, in die farbenfrohe Lebendigkeit von Luxors Bazar, den vielen Antiquitätenläden und Restaurants einzutauchen. Zur Erkundung der Umgebung gibt’s auch Wassertaxis.

|
|
|
An Bord eines Kreuzschiffs zu kommen -die meisten sind sehr luxuriös ausgestattet- ist eine ganz eigene Erfahrung, die sich in Ägypten eben umso mehr empfiehlt, als sich die meisten interessanten Stätten wirklich in Ufernähe des Nils befinden, bzw. von den trägen Wassern des Flusses aus zu sehen sind. Man sitzt an Deck seines schwimmenden Hotels und genießt die Bequemlichkeit modernsten Caterings während man gleichzeitig den Blick über endlose Geschichte schweifen lässt. Ganz zu schweigen davon, dass man so auch die Landschaft und das Leben „zwischen“ den archäologischen Standorten zu sehen bekommt, die Dorfschaften, Bauernhöfe und Äcker, die einfachen Leute, die einen nicht automatisch in englischer Sprache anreden.

|
|
|
Anfangs hatten wir bedenken, sieben Tage auf einem Schiff dem ganzen Rummel ausgesetzt zu sein, aber der Schein trügt. Es lässt sich immer irgendwo ein ruhiges Plätzchen finden, wenn man gerade keine Lust auf Casino, Schwimmbad oder ähnliches hat. Für gewöhnlich halten die Schiffe nach Erkundung der Luxor Gegend in der antiken Handelsstadt Edfu, um die Reisenden an Land zu lassen. Hier findet man den aus der ptolemäischen Zeit stammenden Tempel gleichen Namens, den imposanten Edfu Tempel. Er ist unglaublich gut erhalten und seit Neuestem erlaubt eine Beleuchtungsanlage auch die nächtliche Erkundung seiner Gemäuer, ein Muss!

|
|
|
Etwas weiter Flussaufwärts, nur noch 40km nördlich von Assuan, erheben sich die Tempel von Kom Ombo, mit z.T. sehr gut erhaltenen Innenreliefs und einem herrlichen Ausblick auf das umliegende Niltal. Die Stadt ist auch bekannt und beliebt wegen des riesigen (und lautstarken!) dort stattfindenden Kamelmarktes. Wer also -aus unerklärlichen Gründen- bis dahin noch keine Gelegenheit hatte, gute Fotos von diesen launischen Lasttieren zu knipsen, findet reichlich Motivmaterial…
|
|
|
Die Perle kam zum Schluss: Assuan, mit ihrer scheinbar unerschöpflichen Anzahl von Tempeln, Denkmälern, Palästen und Festungen, trotzt die Stadt der so lebensfeindlichen Trockenheit dieser Gegend. Ptolemäer, Römer, Griechen haben hier ihre Spuren in einem Kuriositätenkabinett der Baustile und Kulturen hinterlassen. Assuan ist nicht zuletzt wegen des überdimensionalen Staudamms bekannt, der, vor einigen Jahrzehnten erbaut, zu massiven Umbau- und Restaurationsmaßnahmen von seiten der UNO führte. Mit dem Bau des Damms wurde auch die, über Jahrtausende währende, fruchtbare Überflutung des Niltals beendet, ein neuer Zeitabschnitt begann.

|
|
|
Vielleicht macht genau dieser Kontrast zwischen Antike und Moderne den unvergleichlichen Zauber der Stadt aus. Um Assuan zeigt sich der Nil ohne Zweifel von seiner schönsten Seite: Wüste, Granitgestein, mit tropischen Gewächsen wuchernde Inseln, afrikanische Sonnenuntergänge zum Verlieben. Allein die Märkte des Soukviertels, mit all den Düften nach Gewürz, Parfum und Edelholzarbeiten machen den Besuch der Stadt lohnenswert. In den Nächten kann sich der Besucher von den nubischen Tänzen berauschen lassen, die dort täglich aufgeführt werden. „Elephantine“, wahrscheinlich die schönste der Inseln, bildete früher die Grenze zwischen Nubien und Ägypten und trug den Namen „Elephantenlagerplatz“. Auf der Insel gibt es neben vielen Sehenswürdigkeiten, einem interessanten Museum und archäologischen Fundstätten auch Hotels und Unterkünfte für diejenigen die gar nicht weg wollen.

|
|
|
Der Abschied von Assuan fiel schwer, der Abschied von den ruhigen Gewässern des Nils noch schwerer, aber die nächste Kreuzfahrt ist bereits in Planung, dann allerdings entlang der Nubischen Ufer und Strände.
Links Ägypten Infos
Links Reiseberichte Ägypten
|
|